Ein Bürgermeister auf Abruf

Dass Brodel nicht freiwillig geht, war nicht anders zu erwarten. Dennoch war die Ratsondersitzung wichtig zur Aufklärung offensichtlicher krimineller Vergehen unter seine Verantwortung und wahrscheinlich Mitwirkung.

Nein, das war kein Schmieren- oder Wahlkampftheater im Theatersaal der Schützenhalle am Donnerstagabend, wie FDP-Fraktionschef Rüdiger Laufmöller und andere aus durchsichtigen Gründen in der Sitzung behauptet haben. Von Ralph Brodel abgesehen. Sondern ein notwendiger Schritt zur Säuberung der Stadt. Nach einem CDU-Bürgermeister Detlef Lins, gegen den schon wegen mehrfacher Untreue ermittelt wurde und der deshalb vor fünf Jahren gehen musste. Und nun seinem SPD-Nachfolger Ralph Brodel, der es noch schlimmer getrieben hat. Und einen Trümmerhaufen hinterlässt, den zu beseitigen die Stadt erneut Jahre kosten wird.

Eine unerträgliche BM-Episode

Brodel ist Geschichte. Eine sehr unrühmliche, kurze, aber doch viel zu lange Epidsode in der Historie der Stadt. Daran kann es nach dieser denkwürdigen Sitzung keinen Zweifel mehr geben. Wer sich auf solch windige Weise aus seiner Affäre und seiner Verantwortung zu stehlen versucht; wer zum wiederholten Male für jeden offenkundig die Unwahrheit sagte im Rat, dessen Vorsitzender er ist; den eine verräterische Anlage seiner eigenen Personalmissmanagment-Dame an den Rat sowie das Schreiben der von ihm aus dem Amt gejagten Beigeordneten und die Rede der Kämmerin der Datenspionage überführt, ist es nicht würdig, nur einen Tag lang länger den Titel Bürgermeister zu tragen und dieses Amt auszuüben. Wenn er das überhaupt je ernsthaft getan hat.

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Schon allein wegen dieser mutmaßlichen gleich mehrfachen Straftaten aus und in seinem Vorzimmer, höchstwahrscheinlich auf seine Veranlassung (von wem denn sonst?), hätte er noch in der Ratssitzung zurücktreten müssen. Nicht wegen seines politischen Versagens. Aber Brodel bekundete, dass er nicht das „Gefühl“ habe, dazu moralisch verpflichtet zu sein.

Verantwortungslos

Auch das ist selbstentlarvend. Ein politisch und administrativ Verantwortlicher, der Verantwortung für 334 Mitarbeiter der Stadt trägt, von denen die allermeisten gut und ehrlich ihre Arbeit machen, aber durch ihn ebenfalls in ein schlechtes Licht gerückt werden, und für 30.000 Bürgerinnen und Bürger, müsste, wenn er nur ein wenig Ehr- und Verantwortungsgefühl hätte, die Konsequenzen ziehen. Und die Verantwortung übernehmen, die er offenkundig nie tragen konnte. Vom ersten Tag an.

Selbst wenn am Ende nicht zu beweisen wäre, dass er unmittelbar für all die kriminellen Vergehen verantwortlich ist, zu denen auch die nach Feststellungen der Kämmerin Stellen- und Aktenmanipulationen und unrechtmäßig zu hohen Vergütungen leitender Beamter und Mitarbeiter gehören.

Warten auf die Justiz

Leider wird wohl erst wie bei Lins die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen müssen, bis dieses absurde Trauerspiel beendet wird. Die Fraktionen, die dem zugereisten Bürgermeister auf dem Abmarsch dennoch ihre Treue bekundet haben, werden dafür am 13. September sicherlich ebenfalls ein Preis zahlen. Die Bürgerinnen und Bürger sind das Theater zurecht leid. Sie haben Besseres und einen, eine Bessere(n) verdient.

Wenn Brodel nicht weichen will, wird es an ihnen sein, die RB-BM-Episode zu beenden. Um ein hoffentlich besseres Kapitel aufzuschlagen.

Glück auf! Und passen Sie, passt auf Euch auf, werte Mitbürgerinnen und Mitbürger in dieser netten, guten Stadt, die schon lange weit unter ihren Möglichkeiten regiert und verwaltet wird. Der Fisch stinkt vom Kopfe, wie man hier in Hamburg sagt.

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Neues aus Wundern

Serhat Sarikaya möchte Brodel II. werden. Oje. Der Personarat mischt sich in die politische Debatte um Brodel I. ein. Oha! Der WP-Kollege war bei der Ratsondersitzung offenbar nicht anwesend. Nunja…

Eigentlich hatte ich mir nach den wieder einmal ereignisreichen, anstregenden Sundern-Tagen und -Wochen, insbesondere dem sehr lebhaften Theaterabend in der Schützenhalle, vorgenommen, eine Pause einzulegen mit diesem Blog, überhaupt mit dem sauren Land, um mich von all dem zu erholen. Aber der Fallout alleine dieses Tages, der mich auf der Rückfahrt in meine Wahlheimat Hamburg ereilte, lässt mir keine Wahl, als erneut meine Vorsätze zu brechen.

Zur politischen Einschätzung der sehr besonderen Ratsitzung erscheint noch ein Kommentar von mir auf Blickpunkt, sonst hier; er hat sich technisch verzögert. Denn entgegen der Einschätzung des WP-Kollegen Matthias Schäfer, dessen Platz am Pressetisch ich gestern abend aus Versehen einnahm, weil ich vor ihm da war, und der entweder doch recht Brodel-nah ist oder nach vielen Jahren in Sundern nur noch gelangweilt und deshalb schon mal einen altlinken Kneipenwirt mit einem CDU-Ortsvorsteher verwechselt, war es eine sehr ereignisreiche, wichtige Sitzung zur Aufklärung der vielen Anschuldigungen gegen den amtierenden Verwaltungschef.

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Denn ist es nicht berichtens- und bemerkenswert, ja: schockierend

  • wenn die Personalmanagement-Verantwortliche, die nach Feststellung der Kämmerin durch Manipulation ihrer eigenen Stellenbeschreibung wie andere leitende Beamte und Mitarbeiter der Verwaltung ein zu hohes Gehalt bekommt, den Bürgermeister der Datenspionage überführt? Durch einen Anhang zu einer Vorlage an den Rat für den nichtöffentlichen Teil, der mir vorliegt? Gegen die vom Rat gewählte, von Brodel mit üblen Methoden aus dem Amt gedrängte Beigeordnete, die Kämmerin, den Datenschutz, seinen Amtseid?
  • dass die beiden betroffenen Frauen vom Rat Hilfe erbitten, um den Bürgermeister dazu zu bewegen aufzuklären, ob er das in und aus seinem Vorzimmer veranlasst hat, oder wer sonst? Und ob persönliche E-Mails von Mitarbeitern der Verwaltung bis heute ausgepäht werden, auch bei anderen?
  • Dass sich die Mehrheit diese sehr verständlichen Forderung anschließt?
  • Dass der erneut schwer beschuldigte Bürgermeister, der am Vortag erneut wahrheitswidrig die von mir berichteten mutmaßlichen kriminellen Taten lapidar abtut und weiterhin jede politische und moralische Verantwortung von sich weist für die Machenschaften unter seiner Veranwortung?

Ein neuer Kandidat auf verlorenem Posten

Zur (Be)Werbung von Serhat Sarikaya, von der ich schon länger wusste, nur zwei Fragen und Anmerkungen, da ich bei ihm wegen früherer persönlicher Verbindung etwas befangen bin:

  • Glaubt er ernsthaft, dass er eine Chance hat? Warum sollten die Bürgerinnen und Bürger ihn, der sich bis heute rühmt, Brodel zum Bürgermeister gemacht zu haben und der ihn maßgeblich ausgesucht hat, an dessen Stelle zum Nachfolger wählen?
  • Und weshalb sollten sie jemanden wählen, der sich kaum mehr für die Probleme der Stadt interessiert, abgesehen von den Abwassergebühren, seinem Steckenpferd, als der Amtsinhaber?
  • Brodel wurde nicht gewählt, weil er ein großartiger Kandidat war. Das war er eindeutig nicht, weil ortsfremd, ortsunkundig, politisch- und verwaltungsmäßig völlig unerfahren. Bis heute. Vielmehr wurde, wie das bei Wahlen oft ist, die CDU abgewählt wegen ihres langjährigen Filzes und der Affären ihrer vorherigen Bürgermeister Lins und Wolf. Die Wähler war dessen überdrüssig. Das Anti-CDU-Bündnis hätte auch einen rot-blau-gelb-grünen Besenstiel aufstellen können – er/sie/es wäre wahrscheinlich gewählt worden.
  • Es gibt jetzt wieder eine Wechselstimmung. Um die zu spüren, genügt es, wie ich während des nichtöffentlichen Rats-Teils vor der Schützenhalle und dem ratlosen Haus mit unparteiischen Bürgern zu reden. Und diese Stimmung geht sicherlich nicht, auch wegen des Genannten, Richtung Sarikaya.
  • Das Sauerland ist nach wie vor strukturkonservativ und katholisch. Trotz der Strafermittlungen gegen Lins und einer schwachen Kandidatin bekam die schwache CDU-Kandidatin 2015 über 40 Prozent. Diesmal dürften es mit dem Vize-Bürgermeister Georg Te Pass als Bewerber mehr werden. Oder Klaus-Rainer Willeke profitiert als schein-unabhängiger Bewerber vom Streit in beiden großen Parteien, wenn man die SPD noch so nennen will.

Für wen spricht der Personalrat?

Der Personalrat wendet sich in einer Mail, die mir vorliegt, persönlich an alle Ratsmitglieder, angeblich im Namen aller 334 Mitarbeiter der Stadt, und mahnt sie, „die aktuelle Lage politisch korrekt, sachlich und
verantwortungsbewusst
“ zu diskutieren und eine „auch für uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untragbare und nicht nachvollziehbare schwebende Situation“ zu beenden.

Ein verwaltungsinterner Disput bei dem es um Stellenbeschreibungen und
Stellenbewertungen ging ist personifiziert und öffentlich geworden und
damit außer Kontrolle geraten. Nicht das Coronavirus sondern die jetzt
entstandene aktuelle politische Situation und die damit einhergehende
Berichterstattung in der Presse und in den sozialen Medien lähmt
aktuell die Arbeit.
“ (Rechtschreibfehler im Orginal)

Dazu möchte ich feststellen:

Beamte sind zur politischen Neutralität verpflichtet. Der Rat ist als Kollektivorgan, wie die Kämmerin ihm erläutert hat, Vorgesetzter des Verwaltungschefs und der Verwaltung. Der Personlrat kann an ihn appellieren, ihm jedoch keine Vorschriften machen.

Die Verwaltung wird einzig und allein durch ihren Chef Brodel gelähmt. Nicht durch die Kämmerin, die als seine amtierende Stellvertreterin im Gegensatz zu ihm ihre Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter, gerade in der Corona-Pandemie, und ihre Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und den Bürgern ernst nimmt. Und deshalb nach (zu) langem Zörgern und zahlreichen, von ihr dokumentierten vergeblichen Vorstößen bei Brodel sich hilfesuchend an den Rat und die Kommunalaufsicht gewandt hat, damit diese die nach ihrer gründlichen Einschätzung unrechtmäßigen, illegalen Vorgänge und Zustände abstellen, die die Mitarbeiter und die Stadt belasten.

Eigene Mitverantwortung?

Nebenbei stellt sich die Frage, ob der Personalrat durch Zustimmung zu unrechtmäßigen Eingruppierungen und Hochstufungen Mitverantwortung dafür trägt.

Schon gar nicht sind für die Missstände „die“ Presse oder die sozialen Medien verantwortlich. Die sind ohnehin kein Akteur, sondern lediglich Plattformen für allerlei Murks, aber ebenso absolut seriöse, gründlichst recherchierende und sorgfältig berichtende Medien und Journalisten wie mich und dieses Blog.

Vermutlich bin ich gemeint. Sich vor Brodels Karren spannen zu lassen und wie er mich als Pressevertreter und damit das Recht auf freie auch kritsche Berichterstattung zu attackieren, steht dem Personalrat ebenfalls nicht zu.

Hoher Krankenstand, unbesetzte Stellen

Den ich im Übrigen seit vergangenem Sommer trotz zahlreiche Versuche nie erreicht habe, weil der Vorsitzende und sein Stellvertreter entweder krank, im Urlaub, nicht da oder in irgendwelchen Sitzungen waren. Und nie zurückgerufen haben. Ich wollte ihn z.B. fragen, wie sie sich den exorbitant hohen Krankenstand in der Verwaltung erklären, die zahlreichen Kündigungen und die vielen unbesetzter Stellen auch an wichtigen Positionen. Und wer dafür nach seiner, ihrer Einschätzung verantwortlich ist. Die Antworten habe und musste ich auf anderem Wege suchen und finden.

Unnummerierte Akten

Völlig verblüfft hat mich – obwohl ich absolut kein Bürokrat bin, dass ein Ratsmitglied in der Sitzung berichtete, dass die Seiten in Akten in der Verwaltung entgegen den Vorschriften nicht nummeriert sind um feststellen zu können, etwa bei Akteneinsicht von Ratsmitgliedern, ob sie vollständig sind. Das eröffnet Manipulationen Tür und Tor. Wie offensichtlich ja geschehen, wie von der Kämmerin und mir berichtet.

Und macht die Aufklärung der Vorgänge durch Rat und Kommunalaufsicht sowie die Justiz schwieriger, aber keineswegs unmöglich. Denn es gibt ja z.T. Kopien. Entweder geschah und geschieht das auch Schlamperei, Unfähigkeit des/der Chef/s – oder gerade deswegen aus Absicht.

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Verfassungsgegner im Rat

Wer die Pressefreiheit angreift wie zwei hiesige Möchtegern-Provinzbürgermeister; wer sich auf eine Stufe mit Nazis, SED-Diktatoren und der AfD begibt, hat in einer Volksvertretung und einem Rathaus nichts zu suchen

Manche fürchten, dass die AfD nach den seit vielen Jahren anhaltenden, seit Monaten wieder verschärften politischen Turbulenzen in Sundern am 13. September in den Rat einziehen wird. Nach der denkwürdigen Sonderratssitzung gestern Abend, der ich als Pressevertreter leider beiwohnen musste, muss ich feststellen: Dort sitzen bereits zwei ganz offenkundig Geistesverwandte. Der eine sogar als sein Vorsitzender und zugleich Bürgermeister und Verwaltungschef auf Abruf. Beide als Vertreter und Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Beide haben, wie ich in meinem Live-Blog beschrieben und belegt habe, erneut nachweisbar die Unwahrheit über mich und über anderes gesagt und vorsätzlich gelogen, bezichtigen mich aber der Lüge, so wie die AfD und andere Rechtsradikale im Nazi-Jargon von „Lügenpresse“ sprechen. Offenkundig um mich einzuschüchtern und mich in meiner kritischen Berichterstattung zu behindern. Was ihnen nicht gelingen wird.

Anschlag auf das Grundgesetz

Einem Amtsträger und einem leitenden Mitarbeiter einer Behörde in dem anderen Fall, die beide einen Eid auf die Verfassung abgelegt haben, der erstere sogar theatralisch auf einer eigens herbeigeschafften Bibel, ist das verboten.

Und es ist verfassungswidrig. Denn die Pressefreiheit ist ein hohes, hart erkämpftes demokratisches Gut, wie ich hier schon mehrfach geschrieben habe. Sie schützen und zu wahren wie alle demokratischen Grundrechte, ist Pflicht jedes Amtsträgers und Volksvertreters, so wie sie es geschworen haben.

Für die Pressefreiheit haben gerade Sozialdemokraten lange gefochten, schon in der Kaiserzeit, gegen und unter den Nazis und in der SED-Diktatur. Viele von ihnen sind auch dafür eingekerkert und in Konzentrationslagern und DDR-Zuchthäusern umgebracht worden.

Roter Kanal

Der eine der beiden hat mich und mein journalistisches Sundern-Blog mit Karl-Eduard von Schnitzler, genannt „Schmuddel-Edi“, dem Chefpropagandisten der aus der Zwangsvereinigung von KPD und SPD entstandenen SED im DDR-Fernsehen, zu dessen großbürgerlicher Familie etliche NS-Kriegsverbrecher gehörten, und seinem schwarzen, in Wahrheit roten Kanal verglichen. Dafür sollte er sich schämen. Das tut er offenbar wenigstens ein bisschen. Denn als ich ihm das nach dem Ende des öffentlichen Teils so laut zurief, dass es hoffentlich alle Anwesenden gehört haben, wurde er auf seinem Stuhl immer noch kleiner.

Kein Ehrgefühl

Von dem anderen, körperlich größeren, ist Scham- und Ehrgefühl nach dem, was man gestern im Rat erneut hören und erleben musste, nicht zu erwarten. Dazu nachher mehr auf Blickpunkt.

Ich werde meine Anwälte beauftragen, beiden wegen ihrer dreisten Lügen Abmahnungen zu schicken und von ihnen Unterlassung zu verlangen. Gegen den Noch-Bürgermeister werde ich wie schon Ratsmitglied Werner Kaufmann und ein Bürger der Stadt Strafanzeige stellen. Nicht weil er mich und damit die Presse und ihre Pflicht zur Aufklärung politischer und krimineller Vergehen erneut angegriffen hat, wie schon in seiner Wutrede am gleichen Ort vor einem Jahr nach meinem Stern-Artikel.

Sondern weil er offenkundig persönliche Mails zwischen der damaligen, vom Rat gewählten Beigeordneten, seiner Stellvertreterin in der Verwaltung, und der Kämmerin hat ausspähen und ausspionieren lassen, wie ich es schon vorher berichtet hatte, vermutlich auch noch andere. In und aus seinem Vorzimmer. Dazu fehlen mir (fast) die Worte.

Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt am 13. September über beide ihr Urteil fällen. Wenn es nicht Gerichte machen.

Stechele geht leicht auf Abstand

update: Brodel weist in der Ratssondersitzung jeden Gedanken an Amtsverzicht von sich, obwohl Ex-Beigeordnete und Kämmerin bestätigten, dass Mails von Grothe ausgespäht wurden. Bemerkenswert waren Bemerkungen seines Adlatus

Ratschlag vom dem Rat-Schlag

Vor der Eröffnung der Tagesordnung behauptete Brodel, ein Herr von der Kommunalaufsicht habe ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass die von mir hier im Blog zitierten Aussagen bezüglich der Sitzungsleitung nicht getätigt worden seien. Der Sprecher des Landrats, Martin Reuther, hatte mir am Morgen jedoch nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht auf meine Anfage genau das erklärt, was ich hier im Blog geschrieben hatte. Dass nämlich ein Betroffener und Beschuldigter niemals eine Rats- oder Ausschutzsitzung leiten darf, in des um Vorwürfe gegen ihn geht. Das sei eindeutig verboten. Brodel verzichten dann ja auch darauf, die Sitzung zu leiten, was die Ratsmehrheit von CDU, BfS, WiSu und der dre Fraktionslosgen verlangt hatte.

Dennoch sagte er erneut bewusst die Unwahrheit – über mich und genauso in der Sache. Denn wenn es falsch wäre, was ich nur wiedergegeben habe, hätte er die Sitzung ja leiten können. Hat er aber nicht und sich damit selbst der Unwahrheit überführt. Um den Rest (Unterlassungsforderung, Abmahnung, Anzeige) kümmern sich meine Anwälte.

Mehrheit überstimmt Brodel

Der Rat beschloss auf Antrag der CDU mit 26 zu 12 Stimmen bei einer Enthaltung, gegen Brodels Willen alle anderen Tagesordnungspunkte abzusetzen und sich nur mit den Vorwürfen gegen ihn zu befassen. Das ist bemerkenswert, weil die Anti-Brodel-Mehrheit bislang eigentlich nur aus 24 Ratsmitgliedern bestand. Es müssen also zwei aus dem Brodel-Lager hier gegen ihn gestimmt haben. Für die notwendige Zweidrittelmehrheit um in abzuwählen, wäre das aber immer noch eine Stimme zu wenig.

Der CDU-Vorsitzende Stefan Lange verlas ein Schreiben der früheren Beigeordneten Katharina Grothe. Darin schreibt sie zum der Datenspionage in der Verwaltung gegen sie:

In der Vorlage zum entsprechenden Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil wurden offenbar in der Anlage zur Vorlage zwei persönliche Emails zwischen der Kämmerin, Frau Ursula Schnelle, und mir veröffentlicht. Dies betrifft zwei Emails aus dem Monat November 2019, also zu einem Zeitpunkt, an dem ich weder urlaubs- noch krankheitsbedingt nicht im Dienst gewesen wäre…

Es gab ausdrücklich keine Zustimmung meinerseits, Emails aus meinem persönlichen Outlook-Account … nachträglich an weitere Mitarbeiter/-innen der Stadt Sundern weiterzuleten, auszudrucken, zur Kenntnis zu geben oder an Vorlagen zu veröffentliche. Dies geschah vielmehr ohne mein Wissen.

Ich erwarte, dass der Rat dieses mögliche Datenschutzverletzung thematisiert und um Aufklärung der Vorgänge durch den Bürgermeister bittet. Insbesondere bitte ich um Aufklärung, durch wen und in wessen Auftrag diese E-Mails weitergeleitet und veröffentlicht wurden. Darüber hinaus bitte ich um Aufklärung, ob und welche weiteren Emails aus meinem persönlichen Outlook-Account ohne mein Wissen und meine ausdrückliche Zustimmung weitergeleitet, ausgedruckt oder an Dritte zur Kenntnis gegeben wurden.“

Durch diese „Datenspionage“ aus dem Sekretariat des Bürgermeistes, wo die Mails ausgedruckt worden seien, sei das Vertrauen der Ratsmehrheit in Brodel „restlos zerstört„, sagte der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende. Er warf im Namen von CDU, BfS, WiSu, Linken und den beiden anderen fraktonslosen Ratsmitgliedern dem Bürgermeister mehrfache bewusste Täuschung des Rats, Amtsverweigerung, Amtsmissbrauch und Aktenmanipulationen bei Eingruppierungen vor.

„Diese Vorwürfe durch die Kämmerin und die frühere Beigeordnete wiegen schwer“, sagte er. „Es kann keine Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der Ratsmehrheit geben.“ Brodel versuche, von den Vorwürfen abzulenken, in dem er unter anderem die Presse angreife.

Brodel: „Keine moralische Verpflichtung“

Der Angegriffene wies die Vorwürfe zurück, ohne auf die von Frau Schnelle und Frau Grothe genannten Einzelheiten einzugehen. „Das mit den Mails werde ich klären lassen“, tat er diesen gravierenden Vorwurf des Datendiebstahls bei seiner damaligen Stellvertreterin ab.

Zu der Rücktrittsforderung sagte Brodel, er habe nicht das Gefühl, dass er moralisch verpflichtet sei, sein Amt ruhen zu lassen oder gar zurückzutreten. Das Amt müsse er nur ruhen lassen, wenn es „gravierende Vorwürfe“ gäbe. Das sei aber nicht der Fall.

„Schämen Sie sich!“

Werner Kaufmann von der BfS sagte, Brodel habe durch seine „ständige Lügerei“ das Vertrauen zerstört. Diese Charakterschwäche von ihm sei den Bürgern nicht mehr zuzumuten. Gegen die Beigeordnete habe er „Mobbing der übelsten Art“ verübt. „Schämen Sie sich!“, rief er ihm zu. Immerhin habe Brodel seinen Amtseid auf die Bibel geleistet.

Siegfried Huff von der Linken sagte, das Versagen Brodels betreffe seine gesamte Amszeit. Er sei nie in der Stadt angekommen und habe die Verwaltungsstruktur massiv zerstört. Bei ihm gelte der Grundsatz: „Es gilt das gebrochene Wort.“

Hans Klein, Fraktionschef der WiSu, warf Brodel vor, er habe das Vorkaufsrecht für den Parkplatz am Sorpesee „voreilig verschenkt“, zulasten der Bürger. Er habe damit die Interessen von Helma vertreten

Stechele sagt Unwahrheit

Der SPD-Fraktonschef Michael Stechele hielt der Mehrheit entgegen, ihr Antrag mit der Forderung an Brodel, sein Amt niederzulegen, sei sehr „unkonkret“. Bei Delef Lins, Brodels CDU-Vorgänger, habe er diesen dazu aufgefordert, als ein Strafverfahren gegen ihn lief. Das sei bei Brodel nicht der Fall. Auffallend war jedoch, dass er diese Unterscheidung machte. Denn nach seine Logik müsste auch Brodel spätestens dann sein Amt ruhen lassen, wenn ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet wird, was aufgrund der beiden vorliegenden Strafanzeigen bald geschehen kann.

Stechele sagte in seiner Rede wie Brodel die Unwahrheit. Er behauptete, ich hätte in meinem „schwarzen Kanal“ die Anzeige eines Bürgers gegen Brodel bekannt gemacht. Das war aber die Westfalenpost. Ich hatte lediglich hier im Blog berichtet, dass ich gehört hatte, dass ein Bürger eine Anzeige stellen wollte – ein entscheidenden Unterschied.

Vergleich mit DDR-Propangada

Der „Schwarze Kanal“ war eine Propaganda-Sendung des DDR-Fernsehens. Ob es einem sozialdemokratischen Politiker ansteht, in einer Rede im Rat einen Pressevertreter damit zu vergleichen, werden meine Anwälte und ggfs. ein Gericht klären. Und es mögen die Bürger von Sundern beurteilen.

Schnelle: Datendiebstahl im Rathaus „fatal“

Die Kämmerin erläuterte ihre Vorwürfe zu den nach ihren intensiven Prüfungen „widerrechtlichen Höherstufungen“. Sie habe gemeinsam mit Frau Grothe wiederholt darauf hingewiesen, am 21. November 2019 in einem konkreten Fall.

Frau Schnelle bestätigte die Aussage der ehemaligen Beigeordneten, dass eine Mail zwischen ihnen von einer unberechtigten Person ausgedruckt worden sei. Es wäre nach ihren Worten „fatal“, wenn Mail im Rahthaus und nach außen in falsche Hände gerieten. Sie erwarte wie Frau Grothe, dass der Rat den Bürgermeister dazu verpflichte, aufzuklären, wer das veranlasst habe. Denn sie können nicht sicher sein, dass nicht weiterhin Mails von Dritten gelesen würden.

Platzt die Ratssitzung?

Brodel will die Leitung nicht abgeben, was er muss, da es um und gegen ihn geht. Der Mehrheit bliebe dann nichts anderes, als auszuziehen

Schmierentheater und Chaos schon vor der mit großer Spannung erwarteten Sondersitzung des Rats am Abend ab 18.30 Uhr im Theatersaal der Sundener Schützenhalle: Bürgermeister Ralph Brodel hat nach meinen Informationen in der SPD-Fraktion angekündigt, dass er die Sitzungsleitung in keinem Fall an einen seiner beiden Stellvertreter te Pass oder ter Braak abgeben wird bzw. will. Dazu wäre er aber verpflichtet.

Denn es geht in der Sitzung ja um ihn und die schweren Anschuldigungen der Kämmerin und anderer gegen ihn. Er ist damit juristisch gesehen Betroffener und damit befangen. Außerdem laufen zwei Strafanzeigen gegen ihn. Nach der Kommunalordnung NRW müsste er deshalb, wie mir die Kommunalaufsicht beim Landrat des HSK gerade bestätigt hat, den Saal verlassen und darf den Beratungen nicht folgen. Zwingend.

Ein wohl einmaliger Fall

Üblich ist allerdings, dass befangene Ratsmitglieder ihren Stuhl zurückstellen und damit zeigen, dass sie an der Diskussion nicht teilnehmen, schon gar nicht an Abstimmungen, die sie oder Interessen von ihnen oder Angehörigen oder Geschäftspartnern betreffen.

Ein Fall, dass ein Bürgermeister oder Landrat, der selbst betroffen und befangen war, die Sitzungsleitung nicht abgibt, war der Kommunalaufsicht nicht bekannt. Man will mir noch Auskunft geben, was Ratsmitglieder und in diesem Fall die Ratsmehrheit von CDU, BfS, WiSu, Linken und der beiden Fraktionslosen dann unternehmen können. Es scheint aber so, dass sie nicht mehr machen können, als die Sitzung umgehend zu verlassen und sie sie damit beschlussunfähig zu machen – und sinnlos.

Brodel allein zurathaus

Denn Brodel säße dann im Theatersaal nur noch mit seinen Unterstützern in der SPD, der FDP und den Grünen (interessant wäre, wie sich sein angeblich unabhängiger Grünen-AltCDU-BM-Gegenkandidat Klaus-Rainer Willeke dann verhielte. Aber er sitzt ja noch nicht im Rat).

Die Kommunalaufsicht will mich noch informieren, ob die Ratsmehrheit noch eine andere Handhabe gegen Brodel hat, und ob sie selbst ihn erneut auch in diesem Punkt anweisen kann. Sie hat ihn auf Beschwerde der Ratsmehrheit schon angewiesen, alle andere Tagesordnungspunkte abzusetzen, sodass allein über die Vorwürfe gegen ihn beraten werden soll, wie es die Mehrheit beantragt hatte. Auch darüber hatte er sich jedoch hinweggesetzt, obwohl das ein eindeutiger Verstoß gegen die Ratssatzung ist.

Die Fraktionen und Ratsmitglieder, die die Mehrheit stellen, wollen sich um 16 Uhr treffen, um über weiteres Vorgehen zu beraten. Etliche von ihnen sagten mir, dass sie völlig fassungslos sind über Brodels Halsstarrigkeit. Offensichtlich lege er es bewusst auf eine Eskalation gleich zu Beginn an.

Schnelle will sprechen

Kämmerin Ursula Schnelle will nach meinen Informationen in der Sitzung zu den von ihr erhobenen Feststellungen und Anschuldigungen gegen ihren Dienstvorgesetzten reden – wenn es denn dazu kommt. Dabei werde sie, so habe sie intern angekündigt, das bestätigen, worüber ich ausführlich in verschiedenen Blog-Einträgen hier und auf Blickpunkt berichtet habe, wie z.T. auch andere Medien. Auch was den gesperrten Dienst-Computer und die mutmaßlich gelöschten Daten der von Brodel aus dem Amt gedrängten Beigeordneten Katharina Grothe (CDU) betrifft.

Man darf also gespannt bleiben. Ich bin es und breche jetzt von Hamburg nach Sundern auf. Vorher werde ich noch das Abmahnschreiben der von Brodel beauftragten Kanzlei an meinen tatsächlich auf Presserecht spezialisierten Anwalt und an den Deutschen Journalistenverband schicken, der mich ebenfalls vertritt und mir hoffentlich Rechtsschutz auch in dieser leidigen Angelegenheit geben wird.

(Noch) Keine Anzeige gegen mich

Von einer „Anzeige“ des Noch-Bürgermeisters gegen mich, die er angeblich gestellt hat, ist Oberstaatsanwalt Poggel in Arnsberg bislang nichts bekannt, sagte er mir eben. Hätte mich auch gewundert. Aber was soll ich dazu noch schreiben…?

Wer lügt hier?

Der Rat wird heute abend in seiner Sondersitzung beurteilen, ob Brodel nach den vielen schweren Anschuldigungen im Amt bleiben kann. Nun droht er mir mit Anzeige. Warum wohl?

„Lügenbaron von Münchhausen“: So hat mich Ralph Brodel schon einmal tituliert

Was machen Politiker, wenn sie massiv unter Druck stehen? Genau: Sie greifen Journalisten und Medien an, die über Vorwürfe gegen sie berichten und Machenschaften, für die sie verantwortlich sind, ans Tageslicht bringen. Das war schon immer so. Ich habe darüber, ebenso wie über Korruption, und meine langjährigen Erfahrungen damit ein Buch geschrieben: „Die Skandalrepublik“.

Was wirft Brodel mir vor?

Was nun habe ich angeblich Böses getan, was soll ich gar, wie er behauptet, Illegales getan haben, was eine Anzeige von ihm rechtfertigen würde?

  • Ich habe auf Blickpunkt wie die WP und andere über den Brandbrief der Kämmerin an den Rat und die Kommunalaufsicht berichtet, in dem sie ihn bezichtigt, für Stellenmanipulationen und zu hohe Vergütungen leitender Beamter und Mitarbeiter in der Verwaltung verantwortlich zu sein und sie trotz ihre Drängens nicht abgestellt zu haben. Das ist nicht verboten, sondern geboten.
  • Ich habe wie andere die Beschwerde der Kämmerin an den Landrat und die Kommunalaufsicht öffentlich gemacht, in der sie ihn bezichtigt, die frühere Beigeordnete und sie entmachtet und nicht für ausreichenden Infektionsschutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung in der Pandemie zu sorgen. Das ist nicht verboten, sondern war dringend geboten.
  • Ich habe, gestützt auf mehrere Quellen in ihrem Umfeld, berichtet, dass die vom Rat gewählte und von ihm mit unsauberen Mitteln aus dem Amt gedrängte Beigeordnete (wie schon ihren SPD-Vorgänger) ihm vorwirft, dass vor ihrem Ausscheiden ihr Internet- und Intranet-Zugang auf ihren Dienstrechnern gelöscht wurde, sodass sie ihr Amt nicht mehr ausüben und sie nicht mehr an ihre Daten kommen konnte. Das ist nicht verboten, sondern geboten.
  • Ich habe berichtet, dass ein Ratsmitglied wegen der von der Kämmerin festgestellten mutmaßlichen Stellenmanipulationen Anzeige gegen ihn erstattet hat und ein Bürger wegen der mutmaßlichen Computer-Manipulationen bei der Beigeordneten ebenfalls Anzeige erstatten wollte, was er inzwischen getan hat. Das ist nicht verboten, sondern geboten.
  • Ich habe Vorlagen der Verwaltung und von leitenden Beamten und Mitarbeitern, die die Kämmerin beschuldigt, zu ihren Feststellungen für den nichtöffentlichen Teil der Ratssondersitzung öffentlich gemacht. Das ist nicht verboten, sondern geboten, um Transparenz zu schaffen.
  • Ich habe dabei die Namen von drei der Beschuldigten genannt, die von den Bürgern der Stadt bezahlte öffentliche Ämter als Fachbereichs- und Abteilungsleiter sowie Geschäftsführer einer kommunalen Gesellschaft bekleiden. Diese Namen waren ohnehin bekannt, weil sie den von der Kämmerin genannten Positionen leicht zuzuordnen waren. Dafür reicht, wenn man sie nicht ohnehin kennt, ein Blick in das auf dem Ratsinformationssystem zugängliche Organigram der Verwaltung. Auch die Nennung dieser Namen ist in diesem Fall nicht verboten, sondern geboten.
  • Ich habe außerdem bereits im vergangenen Juli im Stern Dinge über ihn geschrieben, die ihm bis heute nicht gefallen. Das ist erst recht nicht verboten.

Wer ist unseriös: Er oder ich?

Was also lastet mir Herr Brodel an, weshalb er angeblich Anzeige gegen mich erstattet hat oder erstatten will?

  • fortgesetzte unseriöse Berichterstattung“: Das ist ersten unwahr, und zweitens – selbst wenn es so wäre – nicht strafbar.
  • unwahre Tatsachenbehauptungen und Verunglimpfungen gegenüber meiner Person und dem Amt des Bürgermeisters“: Die angeblich unwahren Tatsachenbehauptungen müsste er beweisen. Ich habe für all das Genannte, worüber ich berichtet habe, jeweils mehrere unabhängige Quellen bzw. die Dokumente. Angebliche Verunglimpfungen sind nicht strafbar, erst recht nicht wenn sie einen Politiker betreffen, der im politischen Meinungsstreit steht, wie das Bundesverfassungsgericht und andere Gerichte immer wieder geurteilt haben. Erst recht bleibt ein Rätsel, ob und wie ich „das Amt des Bürgermeisters“ verunglimpt haben sollte. Eher wäre die Frage, ob es durch seine Amtsführung nicht in ein sehr schlechtes Licht gerückt hat.
  • Entscheiden müsste Herr Brodel sich außerdem, ob er oder „die Stadt“ angeblich Anzeige gegen mich erstattet hat. Das ist nämlich nicht deckungsgleich, auch wenn er das offensichtlich meint. Die Stadt besteht aus ihren Bürgerinnen und Bürgern. Vertreten werden sie durch den Rat und den Bürgermeister, bis zu seiner Abwahl.
  • „Entgleisungen gegenüber Mitarbeitern der Stadtverwaltung“: Was bitteschön soll das sein? Worauf stützt er sich da? Und inwiefern sollte das, wenn es denn zuträfe, strafbar sein?

Unwahre Behauptung

Ich werde morgen früh bei der Staatswaltschaft in Arnsberg nachfragen, ob seine Behauptung, dass er Anzeige gegen mich erstattet hat, zutrifft. Die Telefonnummer von Oberstaatsanwalt Poggel kenne ich inzwischen auswendig. Oder ob es eine weitere seiner nachweisbaren Unwahrheiten ist. Wie etwa im Fall des Areals für die Feriensiedlung Amecke.

Eindeutig die Unwahrheit gesagt hat Herr Brodel schon jetzt, da er behauptet, ein von ihm oder der Stadt angeblich beauftragte Anwaltskanzlei habe sich schon in der Vergangenheit „mehrmals mit ähnlichen Vorfällen beschäftigen“ müssen, „die durch Greven verursacht wurden“. Richtig ist, dass der Geschäftsführer der Sorpesee GmbH, Martin Levermann, dem die Kämmerin wie anderen vorwirft, unrechtmäßig ein zu hohes Gehalt zu kassieren, im vergangenen Jahr behauptet hat, er würde Anzeigen gegen mich erstatten, weil ich über die Zerstörung des städtischen Freibads in Amecke in meinem damals gestarteten Sundern-Blog berichtet hatte. Diese angebliche Anzeige haben er oder die Sorpesee GmbH aber nie gestellt.

Auf Anraten meiner Anwälte habe ich darauf verzichtet, von ihm und der von ihm vertretenen kommunalen Gesellschaft deswegen eine Unterlassungserklärung zu verlangen, obwohl seine unwahre Tatsachenbehauptung gegeignet war und bis heute ist, mich in meiner Freiheit als Pressevertreter zu beschränken, und sie zudem ehrverletzend ist. Weil es mich nur zeitlich belasten würde.

Klage wegen Freibad auf tönernen Füßen

Richtig ist außerdem, dass die von Herrn Brodel vermutlich gemeinte Kanzlei im Auftrag von Herrn Levermann und der Sorpesee GmbH Klage gegen mich erhoben hat, weil ich angeblich gegen die von mir abgegebene Unterlassungserklärung zu der Freibad-Enthüllung verstoßen hätte. Der Schriftsatz der Kanzlei ist allerdings so rechtsfehlerhaft, dass das Gericht die Klage nach Enschätzung meiner Anwälte schon deshalb ablehnen wird. Und man kaum behaupten kann, diese Kanzlei sei auf Presserecht „spezialisiert“. Abgesehen davon, dass ich gegen die Unterlassungserklärung, die ich nur abgegeben habe, um ein Prozessrisiko für mich als unabähngigen freien Journalsten zu vermeiden, nachweisbar nicht verstoßen habe.

Das Gerichtsverfahren ist wegen der Corona-Beschränkungen verschoben. Sollte es irgendwann beginnen und sollte Herr Levermann dann noch Geschäftsführer der Gesellschaft sein, werde ich beantragen, den Sachbeweis anzutreten. Also vor Gericht aufklären zu lassen, was mit dem Freibad unter Verantwortung von Herrn Levermann, Herrn Brodel und seiner CDU-Vorgänger tatsächlich passiert ist.

Brodels Lügen im Rat

Richtig ist ferner, dass Herr Brodel mich schon in seiner Wutrede im Rat im vergangenen Jahr als „Lügenbaron“ und „Märchenerzähler“ verunglimpt und nachweisbare unwahre Tatsachenbehauptungen über micht aufgestellt hat. So hat er behauptet, ich hätte mir Tatsachen ausgedacht und ich hätte mit CDU-Ratsmitglied Friedrich Becker, den ich in meine Blogeintrag zum Freibad zitiert hatte, nie gesprochen. Dabei hatte Herr Becker ihm, als er ihn deswegen am Morgen vor seiner Wutrede anrief, bestätigt, dass er mehrfach mit mir telefoniert und die von mir zitierten Äußerungen getätigt und autorisiert hatte. Andere falsche Tatsachenbehauptungen von Brodel über mich sind ebenso frei erfunden.

Auch in seinem Fall habe ich auf Anraten meiner Anwälte bislang darauf verzichtet, von ihm eine Unterlassungserklärung zu verlangen und Anzeige gegen ihn zu erstatten, weil es mich nur zeilich belastete und wenig gebracht hätte. Obwohl es mir ohne weiteres zugestanden hätte. Denn einem Amtsträger ist es durch die grundgesetzlich garantierte Pressefreiheit verboten, die Presse und ihre Vertreter mit Lügen und Beleidigungen anzugreifen. Schon gar nicht in im Rat oder in einem Parlament. Vielleicht werde ich das jetzt nachholen und Gegenklage erheben. Ich werde mit meinen Anwälten darüber reden.

AfD-Niveau

Meine Anwälte haben mich allerdings darauf hingewiesen, dass Gerichte leider inwischen selbst übelste, rechtsradikale Beleidigungen durchgehen lassen, wie etwa geben die Grünen-Politikerin Renate Künast. Ob ein Bürgermeister, zumal wenn er der SPD angehört, die immer für die Pressefreiheit gefochten hat, sich auf dieses Niveau herab begeben sollte, mögen die Bürger und Bürgerinnen und die Ratsmitglieder als ihre Vertreter beurteilen.

Ob Herr Brodel mit seinen Schutzbehauptungen zu den Vorwürfen der Kämmerin und der früheren Beigeordneten die Wahrheit sagt oder nicht, wird die Staatsanwaltschaft herausfinden müssen, wenn sie gegen ihn aufgrund der Anzeigen ermittelt, ähnlich wie schon bei seinem CDU-Vorgänger Delef Lins (bei dem ging es ebenfalls um Untreue in drei Fällen). Und womöglich im Anschluss ein Gericht. Was micht betrifft, warte ich es gelassen ab.

Morgen werde ich jedenfalls zu dem Tribunal im Rat gegen ihn kommen und von dort live bloggen. Wenn Herr Brodel geglaubt haben sollte, er könne mich beeindrucken, einschüchtern oder gar davon abhalten, hat er sich geschnitten. Ich werde meine Aufgabe als kritischer Journalist im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger der Stadt weiter wahrnehmen – ob es ihm gefällt oder nicht.

Abmahnschreiben

Update: Gerade erhielt ich ein Abmahnschreiben eines Kölner Anwalts im Auftrag von Herrn Brodel (nicht der Stadt). Keine Anzeige! Darin moniert er meinen Bericht über die Computer der damals noch im Amt befindlichen Beigeordneten und verlangt von mir, meine „gesamte Berichterstattung“ einzustellen! Mit sehr kurzer Fristsetzung bis zum 3. Juni. Ich werde das Schreiben morgen meinen Anwälten übergeben und sie fragen, ob ich dagegen in Karlsruhe klagen sollte. Wegen Angriffs auf die Pressefreiheit durch einen Kleinstadtbürgermeister auf Abruf und das Recht auf ungehindere Berichterstattung. Ich werde hier über den Fortgang berichten.

In eigener Sache

Zu meinen angeblichen und tatsächlichen Motiven, meiner Arbeitsweise, meinen Quellen. Und zum leidigen Thema Geld.

Ohne Moos nix los /

Weil es immer wieder in Zweifel gezogen wird, obwohl ich es hier und an andere Stellen mehr als oft genug geschrieben und gesagt habe, manchen auch direkt:

Ich recherchiere und berichte in, aus und über Sundern und seine politisch Verantwortlichen und Bürger nicht aus persönlichen oder politischen Beweggründen. Warum sollte ich? Ich lebe ja nicht in der Stadt, bin nur gelegentlich da, wie am Donnerstag und Freitag wieder zur Ratssondersitzung.

Ich bin ein völlig unabhängiger, unparteiischer, freier Mann, Journalist, Publizist, Buchautor, Dozent für politischen und investigativen Journalismus; Christenmensch, Menschenfreund, Vater dreier erwachsener guter Kinder und Opa einer süßen, gerade zwei gewordenen Enkeltochter. Und habe auch sonst mehr als genug zu tun, trotz meiner 64 Jahre.

Ich gehöre keiner Partei und keiner Organisation an außer der kath. Kirche, dem Deutschen Journalistenverband, Netzwerk Recherche, den Vereinen für Deutsche Sprache und klare Aussprache und den Kreis der Ehemaligen, Freunde & Föderer der Deutschen Journalistenschule in München. Weil ich kein Vereinsmeier bin. Vor allem aber, weil sich Journalisten mit keiner Sache gemein machen sollten, und sei sie noch so gut (gemeint), wie Hajo Friedrichs, eines meine großen Vorbilder, hinterlassen hat.

Die Sache mit dem Geld

Wer das Alles noch immer nicht glauben will, möge in mein eigenes Blog schauen. Da steht mein Werdegang, und da stehen Texte von mir zu ganz anderen, mit Verlaub (noch) wichtigeren Themen als das Wohl und Wehe einer netten, seit langem unter ihren Möglichkeiten regierten sauerländischen Kleinstadt, ihrer Bürgerinnen und Bürger, Geschäftsleute und vielen anderen.

Ich habe fast 35 Jahre als Autor, Redakteur, Ressorleiter und Textchef für verschiedenste Medien gearbeitet, zuletzt 13 Jahre für ZEIT ONLINE und DIE ZEIT. Jetzt schreibe ich als Freier u.a. für Spiegel, Stern und jedes Medium, das Texte von mir veröffentlicht, ohne sie zu manipulieren, und als regelmäßiger Mitarbeiter und Kolumnist für die gute christliche Zeitschrift Publik Forum und die Zeitung Politik & Kultur des Dt. Kulturrates, des Dachverbands aller Kulturschaffenden in Deutschland – eine Ehre für mich. Gelegentlich auf und für Blickpunkt, weil mir dieses unabhängige sauerländische Online-Magazin ebf. eine Plattform bietet für meine unabhängige, kritische journalistische Arbeit. Und weil ich ab und an Geld verdienen muss.

Denn ich lebe von dem, was ich mache, von den meist schmalen Honoraren. Ich brauche nicht viel. Wer mich kennt, weiß das. Aber heute z.B. muss ich mein 17 Jahre altes verbeultes Autochen aus der Werkstatt holen, damit ich morgen mit meinem kleinen Spür- und Wachhund Stan nach Sundern fahren kann, und anschließend zu meinem 76jährigen jüdischen Freund Isaac nach Dortmund, ein Holocaust-Überlebender. Der jetzt an Krebs leidet, gerade seine ersten Bestrahlungen hinter sich hat und meine Hilfe braucht.

Danach am Wochenende wieder zu einem jungen Geflüchteten aus Eritrea, einem frommen Katholiken, der Alte pflegt, aber seine Frau und ihre beiden kleinen Kinder nicht zu sich holen darf. Genauso wie zwei eritreische Flüchtlingsfrauen, um die ich mich ebenfalls kümmere, von denen eine nicht weit von Sundern lebt. Sie wurden im Sudan gefoltert und vergewaltigt. Ihre dadurch entstanden Kinder, ein fünfjähriges Mädchen und ein achtjähriger Junge, dürfen nicht zu ihnen, weil Außenminister Heiko Maas, zufällig ebenfalls Sozialdemokrat, das Auswärtige Amt und die Deutschen Botschaften ihnen das verwehren (mehr dazu demnächst im Spiegel, Stern oder woanders).

Das treibt mich zur Verzweiflung, weil das Mädchen, das noch immer im Sudan ist, wo ihm große Gefahr droht, demnächst dort allein zurückbleiben wird, da die Tante, bei der es derzeit lebt, mit ihren eigenen Kindern nach Schweden zu ihrem dorthin geflüchteten Mann ausreisen darf, sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben sind. Wer wollte ihr das verdenken?

Dank für & Bitte um Unterstützung

Bevor ich mein Auto in Empfang nehmen kann, muss ich ca. 400 Euro für die Repartur entrichten, sagt man mir gestern abend. Das Geld wächst jedoch leider nicht an Bäumen, weder hier bei mir nebenan im Wald, auf der Heide und den Hügeln an einem ehemaligen Dorf am Südrand von Hamburg, noch im Sauerland. Wegen der intensiven Recherchen dort und von dort komme ich seit Tagen und Wochen aber im Moment wieder mal zu fast nichts anderem. Und ich muss ja mit meiner Liebsten auch was essen und mein Reihenhäuschen abbezahlen. Und Stan braucht ebf. was zu Futtern.

Das Sundern-Blog, das ich vergangenes Jahr spontan gestartet und jetzt wiederbelebt habe, als meine völlig unabhängige auch Enthüllungs-Plattform, ist kostenlos. So soll es auch bleiben. Damit möglichst viele die Berichte und meine Rechercheergebnisse dort – kritisch – lesen und verfolgen können (allein gestern wieder an die 2000!). Wer diese meine Arbeit finanziell unterstützen mag, möge einen Betrag ihrer, seiner Wahl auf mein Konto bei der Hamburger Sparkasse überweisen. Auch gerne regelmäßg oder häufiger. Die IBAN steht auch in jedem Eintrag im Blog: DE21 2005 0550 1221 4215 20, BIC: HASPDEHHXXX.

Das Geld werde ich, wie dort geschrieben, ausschließlich dafür verwenden, und darüber hier regelmäßig Rechenschaft ablegen. Transparent und ehrlich. Anders als andere, die das versprochen haben und nicht einhalten.

Bereichern? Wovon?

Im Gegensatz zu einigen auch in Sundern, über die berichten musste und muss, will ich mich nicht bereichern. Durch Journalismus und (sonstige) ehrliche Arbeit kann man das ohnehin selten. Sondern ich möchte zur Aufklärung beitragen, auch von Machenschaften, die in Ihrer, Eurer Stadt großteils lange zurückreichen, bevor der jetzige Bürgermeister ins Amt kam. Aber die auch er zu verantworten hat. Damit es Sundern und den liebenswerten Menschen dort hoffentlich bald besser ergeht.

Allen, die bereits Geld für das Blog überwiesen haben und die mich ständig mit Informationen, Hinweisen, Material und Unterlagen versorgen, danke ich von Herzen. Denn allein könnte ich das Alles nicht. Und ich tue es ja nicht für mich.

Quellen-Schutz

Meine Informanten und Quellen schütze ich und nenne keine Namen – NIEMANDEM! – wenn sie es möchten oder müssen, wie bei den nichtöffentlichen Stellungnahmen der Verwaltung und Betroffener zu den Festellungen der Kämmerin. Dazu bin ich als Journalist verpflichtet. Ich habe für alles, was ich nach sorgfältiger Prüfung veröffentliche, immer mindestens zwei unabhängige Quellen, wie ich es gelernt habe und wie es sich für einen guten Journalisten gehört, auch wenn sich manche Kollegen (oder solche, die sich dafür ausgeben) nicht immer daran halten.

Das verlangen zudem die Regeln des Deutschen Presserats, an die ich mich selbstverständlich halte. Und es verlangen Gerichte, wenn dort Klagen gegen Presseorgane landen, wie in meinem Fall eine der Geschäftsführung der Sorpesee GmbH zur Freibad-Geschichte. Das Verfahren in meiner früheren Wahlheimatstadt Köln ist wegen der Corona-Beschränkungen vertagt.

Glück auf!